Anno 2001

Mit diesen zwei Fellnasen fing alles an. Zwei Mischlingskater, 3/4 Maine Coon, 1/4 Perser (namens Lucky & Smoky) in der wunderschönen Farbe black smoke infizierten mich im Sommer 1999 mit dem Maine-Coon-Virus.
Doch das Glück sollte nicht lange halten. Ich träumte zu dieser Zeit noch davon, den beiden grenzenlose Freiheit zu gönnen - hoffte darauf, ihre Freigänge beschränkten sich auf die umliegenden Gärten, in denen es wahrlich viel für sie zu entdecken gab. Drei Monate später kam es, wie es kommen musste - vom Ausflug kam nur noch Smoky zurück. Erst drei Tage später erfuhren wir, dass Lucky vom Auto überfahren wurde.

Für Smoky war die Zeit ohne Bruder Lucky die schrecklichste seines Lebens. Deshalb beschloss ich kurzerhand, für Gesellschaft zu sorgen und suchte ihm ein nettes kleines Mädchen - nun aber eine 100-%-Maine-Coon, "Rosanna-Lee" (genannt Sunny) aus dem Hause Paradisegarden's.

Zeitgleich sicherte ich meine Terrasse mit einem Zaun, damit sich dieses schreckliche Ereignis auf keinen Fall wiederholen kann.

Smoky und Sunny verstanden sich recht schnell und so kehrte wieder Ruhe und Frieden ein.

Eigentlich als sogenannte "Liebhaber"-Katze im Jahre 2000 gekauft, hegte ich auch keine späteren Zuchtabsichten mit Sunny. Doch ich kenne mich selbst ja am besten und so vereinbarte ich mit der Züchterin von Sunny ein "offenes Hintertürchen", sollte ich es mir doch noch anders überlegen.

So kam es, wie es kommen musste: Ich brachte Sunny im Jahr 2001 nur mal auf eine Ausstellung ... und da sie eine super Bewertung erhielt, wuchs auch schon der nächste Wunsch: ... nur einmal Babies ... So fing wohl jeder Züchter einmal an ...

Der Wunsch war geboren und das nächste Problem stand im Raum: Wer sollte der Vater von Sunny's ersten Babies sein?

Smoky war zwar ein wunderschöner Kater, jedoch bereits kastriert und schied sowieso aus, da er weder "Papiere" hatte und schon gar nicht reinrassig war.

Schon auf der Ausstellung, auf der ich Sunny präsentierte, merkte ich, dass es gar nicht so leicht sein würde, einen passenden Kater zu finden. So wandte ich mich dann an die Zuchtwartin unseres Vereins - dem Berliner Edelkatzen-Club - und fragte sie um Rat.

Thundercat's Smooth Operator sollte der Vater von Sunny's erste Babies werden - ein stattlicher Maine Coon-Kater in der Farbe black mc. tabby - im Besitz meiner Zuchtwartin.

Sunny fand den Ausflug zum Kater überhaupt nicht amüsant. Sie gebärdete sich wie eine Furie und zeigte sich gegenüber dem Kater absolut nicht ladylike ... Doch was ein erfahrener Kater ist - der wartet ab und nutzt die Gunst der Stunde ...

Nach einigen Tagen holte ich meine Sunny aus ihrem Kurzurlaub wieder zurück und siehe da ... sie hatte sich kurzerhand ziemlich heftig verliebt ... während Smoky zu Hause saß und sehnsüchtig auf sie wartete.

Nach neun Wochen - im Oktober 2001 - war es endlich soweit - die Geburt war schrecklich aufregend ... Es waren wohl die schönsten Katzenbabies auf der ganzen Welt. Zwar konnte ich sie anfangs kaum auseinanderhalten - sie waren alle in der Farbe black classic tabby - aber das gab sich recht bald. Ehrensache, dass ich das erstgeborene Mädchen "Alabama" (vorn links) auch behalten musste.

Der Grundstein war nun gelegt. Die frisch gegründete Cattery "at Cybercat" hatte ihre ersten Nachkommen.

Mit Alabama (genannt "Ally") wuchs unser Katzenhaushalt im Jahr 2002 auf 2 Maine-Coon-Mädchen an - plus Smoky.

Nun ergab es sich, dass in der befreundeten Cattery "of Pacific Sunrise" ebenfalls ein erster Wurf mit lauter Katerchen - darunter Axl - geboren wurde und die Züchterin sich in Ally's Schwester Audrey verliebte.

So tauschten wir kurzerhand Katerchen Axl gegen Kätzchen Audrey - so dass mit Axl Katze Nr. 4 bei uns Einzug hielt.

Was diesem kleinen Dreikäsehoch in seiner Holzschale als Baby absolut nicht anzumerken war, wurde unserem Smoky ca. ein Jahr später leider zum Verhängnis ...

Axl war/ist ein absoluter Macho und Sonnenkönig. Hinzu kam, dass Smoky (obwohl kastriert) seine Sunny trotzdem decken wollte und wohl auch tat, was Axl - als er die Situation durchschaute - nicht dulden konnte.

Ein friedliches Zusammenleben mit den beiden war fortan ausgeschlossen. Obwohl Smoky sich gegen die Attacken von Axl anfangs noch zur Wehr setzte, gab er bald auf.

Wir liebten unseren Smoky zu sehr, als dass wir zusehen konnten, wie er von Axl unterdrückt wird. Zum Glück konnten wir ihn in seine ehemalige Familie geben. Dort lebt er mit seinem Papa, zwei seiner Wurfbrüder und ein paar weiteren Katzen ein traumhaftes Katzenleben.

Für uns war dies jedoch eine sehr schmerzliche Entscheidung und unsere erste grundlegendste Züchter-Erfahrung:

Wer züchtet, muss in der Lage sein, viel Leid zu ertragen und sehr viel Trennungsschmerz aushalten.

tribal-cat

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